Wenn im Karate von Kampf die Rede ist, gelten klare Regeln, gegenseitiger Respekt und das Ziel, den Partner nicht zu verletzen. In einer echten Gefahrensituation sieht das anders aus – hier geht es um Selbstverteidigung. Genau darum drehte sich die viertägige Ausbildung zum SV-Lehrer Stufe 1 des Deutschen Karate Verbandes (DKV) in der Sportschule Hennef vom 18. bis zum 21. Juni. Franz Leonhardt (2. Kup Traditionelles Taekwon-Do und Koreanisches Karate), der bereits langjährige Trainererfahrung im VTB mitbringt, war dabei.
Die 51 Teilnehmenden ließen sich von der ersten Hitzewelle des Sommers nicht abschrecken und stellten sich der fordernden Ausbildung. Dem Referententeam um Willm Wöllgens, Jürgen Kestner, Nicole Klaaßen und Sven Burkard gelang es, ein stimmiges Konzept zu entwickeln, das einsteigerfreundlich und praxisnah vermittelte, dass Selbstverteidigung auch im Breitensport ihren festen Platz hat.
Die Lehrgangsteilnehmenden nahmen neben einigen blauen Flecken vor allem viele neue Eindrücke und Anregungen für die Gestaltung von Selbstverteidigungstrainings im Vereinsrahmen mit.
In der abschließenden Diskussion berichteten viele Karateka, dass das Thema Selbstverteidigung in ihren Dojos oft zu kurz komme oder gar nicht vermittelt werde. Dabei wurde auch eine spannende Frage diskutiert: Ist Selbstverteidigung nicht der ursprüngliche Kern der Kampfkünste – und damit auch des Karate?
Doch wie bei so vielen Dingen in der Kampfkunst heißt es auch bei der Selbstverteidigung: üben, üben, üben! Somit war für den Großteil der Teilnehmer sofort klar, dass sie auch die Ausbildung zum SV-Lehrer Stufe 2 im September in Angriff nehmen werden.
